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Die stellvertretende Vorsitzende des NABU Niedersachsen, Gisela Wicke, wurde am 11. März 2025 für ihr langjähriges, leidenschaftliches Engagement für den Naturschutz mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. mehr
Ein Bericht unseres NABU-Mitglieds Manuela Born aus Northen - April 2026
Eigentlich sollte es in diesem Frühjahr ganz klassisch zugehen: Balkon und Terrasse sollten ein neues Gesicht bekommen. Doch bei den Modernisierungsarbeiten machten wir eine Entdeckung, die unsere Pläne kurzerhand änderte...
Jetzt ist es soweit, dieses Jahr soll endlich unser Balkon und unsere Terrasse ein neues Gesicht bekommen. Bei den Arbeiten dazu, wurden wir auf emsige Untermieter aufmerksam: Als wir die im letzten Herbst abgenommenen Bretter durch neue ersetzen wollten, mussten wir feststellen, dass fast jedes zweite Schraubenloch bewohnt war. Beim Durchschieben der Schraube kam auf der anderen Seite das „behaarte Hinterteil“ einer Solitärbiene zum Vorschein.
Was tun? Erst einmal haben wir die weiteren Bretter fehlen lassen. Die Recherche zu dem Thema ergab Interessantes: Solitärbienen haben einen Lebenszyklus von ziemlich genau einem Jahr.
Im Frühjahr (beginnend im März) suchen die Erwachsenen Tiere geeignete Unterkünfte, in denen sie Pollen-Depots anlegen. Dazu wird jeweils ein befruchtetes Ei gelegt. Die erwachsen Tiere sterben nach der Eiablage ab. Die Eier entwickeln sich nach kurzer Zeit zu Larven, aus den Larven werden Puppen und bereits im Juli steckt eine voll entwickelte Biene in der Wohnstatt. Dort verbleibt sie bis zum nächsten Frühjahr. Dann schlüpft sie und der Lebenszyklus beginnt von vorn.
Wohnraum gesucht: Erfolge und Herausforderungen
Nicht jedes Angebot wird sofort zum „Traumhaus“. Während unser klassisches Insektenhotel bereits begeistert bezogen wurde, blieb ein im letzten Jahr errichteter Pfeiler aus Lehm und Sandsteinresten bisher leer .
Woran es liegt? Die Höhe, die Ausrichtung oder der Wetterschutz – im Naturschutz ist oft Geduld und Experimentierfreude gefragt. Wir bleiben dran!
Damit niemand eingemauert wird: Sanfte Umleitung
Auch an unserer Terrasse wollen die Bienen derzeit alte Hohlziegel bewohnen. Da wir diesen Bereich im Sommer erneuern wollen, stehen wir vor einer Herausforderung: Wir möchten keine „Kinderstuben“ einmauern.
Ein nicht einfaches Unterfangen: um die Tiere umzuleiten, kontrollieren wir die betroffenen Stellen nun täglich und verschließen offene Löcher mit Sand, bevor sie bewohnt werden. So stellen wir sicher, dass keine Brut eingeschlossen wird. Die armen Dinger...
Parallel dazu denken wir bereits über attraktive Ersatzunterkünfte für das kommende Jahr nach, damit unsere fleißigen Untermieter auch nach der Renovierung ein dauerhaftes Zuhause hier in Northen finden.
Der im vergangenen Jahr von uns aus Lehm und Sandsteinresten erbaute Pfeiler wurde leider noch nicht gut angenommen: die von uns vorgebohrten Löcher sind bisher leer geblieben.
Wahrscheinlich stimmt irgendetwas noch nicht: Nicht geschützt genug? Nicht die richtige Höhe?